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eine neue aufgabe für hilft – eine neue hoffnung für madalina Im August 1998 bekam ich von der rumänischen Fundatia „Poduri Peste Timp" (eine Art von Stiftung) den nebenstehenden erschütternden Brief und einige Fotos von einer jungen Rumänin vorgelegt. Es handelte sich hierbei um die jetzt 22jährige Madalina Sandu, die nach einem Unfall in den Bergen fünf Tage bei bis zu minus 28° C ausharren mußte, bis endlich Hilfe durch die rumänische Bergwacht kam. Madalina selbst überlebte, allerdings waren ihr der rechte Fuß und das linke Bein erfroren, beides mußte amputiert werden. Die mir gezeigten Fotos dokumentierten ihre derzeitige Situation überdeutlich, und in ihrem Brief bat Madalina um eine entsprechende prothetische Versorgung. Etwa zwei Jahre zuvor konnten wir einem jungen Mann, der bei einem Zugunglück beide Beine und seinen rechten Arm verlor, erfolgreich helfen. Die prothetische Versorgung, medizinische Betreuung, die Aufenthaltskosten usw. kamen damals auf insgesamt 60.000 DM. Der junge Mann studiert heute mit Erfolg Informatik in Budapest, was mir beweist, daß wir einer solchen Aufgabe durchaus gewachsen sind. Der Wille zu helfen war also da, doch wollte ich mich zuvor vor Ort kundig machen, um sicher zu gehen, daß wir eine richtige Entscheidung treffen. Nach Rücksprache mit dem Vorstand bekam ich seine Zustimmung und flog am 27. August 1998 nach Bukarest. | ![]() |
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Dort angekommen erwartete mich eine sehr liebenswerte Familie. In der sehr bescheiden eingerichteten aber gepflegten Wohnung wurde ich zu Kaffee und Gebäck eingeladen. Im Laufe des Gespräches wuchs meine Anerkennung allen Familienmitgliedern gegenüber. Die Eltern, der Vater Ingenieur und die Mutter Psychotherapeutin, haben ein monatliches Einkommen von umgerechnet nur 180,00 DM. Mit diesen bescheidenen Mitteln ermöglichen sie, durch den Verzicht auf jeglichen Luxus, allen drei Töchtern ein Hochschulstudium.
So studieren Paula Wirtschaftswissenschaften, Alina Veterinärmedizin und Madalina Physik.
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Die allgemeinen Lebensbedingungen in Rumänien sind wesentlich härter als in Deutschland, bedingt durch die politische Vergangenheit und die immer noch katastrophalen ökonomischen und sozialen Strukturen. So sind nicht oft Familien anzutreffen, deren Eltern so verantwortungsbewußt und liebevoll alles daransetzen, daß ihre Kinder nicht nur etwas zu Essen, sondern auch die Ausbildung bekommen, die ihnen zusteht, was nur „Verzicht" heißen kann.
ür mich persönlich stand bereits in Bukarest fest, nicht nur Madalina zu helfen, sondern der ganzen Familie. Ich mußte nur noch meinen Vorstand überzeugen, was mir jedoch nicht schwer fallen dürfte. Mit Rücksicht auf ihre Privatatmosphäre habe ich die Fotos von Madalina stets mit einem unguten Gefühl gemacht, letztendlich übertrugen sie jedoch sehr viel Sympathie auf die Menschen hier, was sicher von Vorteil war und ist.
In der Hoffnung, daß die Prothetik bezahlbar und der Vorstand zustimmen würde, beantragten wir in der Deutschen Botschaft die Einreise- und Aufenthaltsvisa für Mutter Dr. Ecaterina Sandu, die ihre Tochter besuchen kommen wollte, und Tochter Madalina, was auch keinerlei Schwierigkeiten machte. Danach flog ich am 01. September 1998 mit dem festen Vorhaben nach Deutschland zurück Madalina und ihrer Familie zu helfen. Zuerst brauchte ich einen Kostenvoranschlag über die Prothesen, dann die Kosten über Unterbringung und Verpflegung sowie medizinische Betreuung und evtl. therapeutische Gymnastik. Nach zwei Tagen hatte ich einen Kostenplan von 19.000,00 DM aufgestellt und ein Konzept ausgearbeitet, das uns - mit etwas Glück - ca. 25.000,00 DM einbringen sollte. Der Vorstand stimmte zu und ich konnte Madalina telefonisch davon unterrichten, daß wir ihr helfen werden und sie ab sofort in Mainz herzlich willkommen ist. Am Telefon höre ich noch heute eine Madalina, die ihr Glück nicht recht fassen kann. |