igfm - internationalen gesellschaft für menschenrechte

Seit 1998 haben wir Kontakt zur Russisch Orthodoxen Gemeinde in Wiesbaden und Frankfurt.
Unser Mitglied Nina S., in Russland geboren und aufgewachsen und Angehörige der ROK, hilft schon jahrelang der IGFM mit Sachspenden. Sie öffnete uns die Augen über die katastrophalen Zustände in russischen Gefängnissen und die Türen zu dem langjährigen IGFM-Geschäftsführer und IGFM-Ehrenvorsitzenden Iwan Agrusow. Haben wir zunächst in kleineren Mengen und hauptsächlich nur Kleidung und Schuhe mitgeben können, so sammeln wir inzwischen auch Medikamente, Hygieneartikel, medizinische Geräte und Lebensmittel. Der letzte Transport am 09. März 2001 beinhaltete ebenfalls Grundnahrungsmittel, Süßigkeiten und Soielsachen für die Kinder der Gefangenen. Lesen Sie nachfolgend über einen Transport nach Russland, die dortigen Lagerverhältnisse aber auch von der großen Dankbarkeit der Gefangenen, die Hilfspakete in Empfang nehmen konnten. Der nächste Bericht erfolgt Mitte April. Kurt Assmuss Liebe Mitglieder, liebe Spender! anbei geben wir Ihnen einen Bericht über unsere gemeinsame Hilfe für die Tuberkulosekranken in Rußland. Im November 98 hatten wir über die große Not in einer Strafkolonie im Gebiet Nischnij -Nowgorod erfahren. Jewgenij Panjuschkin, Lektor in der Kathedrale von Ardatow, der die Kolonie regelmäßig besucht, beschrieb die Leiden der 2000 Gefangenen und rief um Hilfe. Mit dem Segen unseres Gemeindevorstehers, Vater Dimitri, beschlossen wir zu helfen. Bereits im November 98 und Januar 99 wurden 10.000 DM gesammelt und dem Vertreter der IGFM in Moskau, V. M Nowizki, übergeben, der mit Hilfe Je. Panjuschkins in Nischnij-Nowgorod 20.000 Einwegspritzen, Vitamine, 300 Wattejacken, 150 Paar Schuhe, Seife und einige Gegenstände für das Lagehospital kaufte. Am 5. Februar mieteten sie einen Lkw, luden alles auf und machten sich auf den Weg ins Lager nach Kajsk. Es herrschten Frostenperaturen von 32 Grad. Die Kolonie befindet sich in einem Waldgebiet 150 Kilometer von Nischnij­Nowgorod entfemt, die Straße dorthin war schwierig und gefährlich. Als sie ins Lager kamen, war es dunkel, und es schneite. Die Lagerverwaltung rief einige noch kräftige Gefangene herbei, und der Lkw wurde schnell entladen (s. Photo Nr.2). Im Januar 99 begannen wir Kleidung, Schuhe Bettwäsche und Decken zu sammeln. Wieder gab es große Resonanz in der Gemeinde. Die IGFM in Fraükfürt stellte uns ihren Lagerraum zur Verfügung, Es dauerte jedoch lange, bis wir aus Moskau und N.-Nowgorod die Erlaubnis zur Einführ der humanitären Hilfe erhielten. Bei der Beladung am 20. August schließlich stellte sich heraus, daß noch Platz im Lkw übrig war. Wieder half die IGFM und stellte Kleidung aus ihren Beständen zur Verfügung.


Insgesamt haben wir 491 Kartons und Säoke geschicht, darunter:
228 St. Männerkleidung und -schuhe, Bettwasche, Decken;
127 St. Frauenkleidung und -schuhe;
136 St. Kinderkleidung und Spielzeug
Wie die Sachen an den Bestimmungsort gelangten, beschrulfl Je. Paujuadikin unten.

 

 

Finanzbericht:

An Spenden sind 18.303,00 DM eingegangen.

Die Ausgaben für die erste Etappe der Altion im Februar beliefen sich auf 10.300,00 DM, für die zweite Etappe im August waren es 6.399,83 DM Der Rest von 1.603,13 DM wurde für den Dmck und Vertrieb dieses Berichtes verwendet

Als Ausführer der Aktion bedanke ich mich bei allen für die Hilfsbereitschaft, für die Kleider- und Geldspenden sowie für die Mühe beim Sammeln, Sortieren und Verpacken der Sachen. Besonders danken möchte ich Frau Feldmann von der Cronstett- und Hynspergischen Evangelischen Stiftung, Herrn A Stephan (Bad Homburg) und Frau Ella Frei (Bensheim).

Ihnen allen vielen Dank!

15. Dezember 1999

I. Agrusow

 

 

 

Hochverehrter Herr Agrusow!

 

Ich möchte Ihnen und den Mitgliedem Ihrer Gemeinde vom Empfang und der Verteilung der von Ihnen mit eigenen Händen gesammelten humanitaren Hilfe berichten. Sie erinnern sich, wie oft wir in Erwartng des Lkw miteinander telephonierten und uns auf seine Ankunft vorbereiteten. Am Vorabmd des Feiertages der Entschlafung der Mutter Gottes (27. August) schließlich rief mich der Fahrer des Wagens an und teilte mit, er stehe an der Station der Staßenpolizei. Sofort eilte ich dahin und begleitete den Wagen zum Zoll, wo die Zöllner großes Verstandnis zeigten und die Ladung in nur drei Stunden freigegeben wurde. Nach den Formalitäten führen wir zunächst ins Frauenstraflager Nr.2 im Awtosawodskoj-Bezirk von N.-Nowgorod. Dort sitzen auch Frauen aus anderen Teilen Rußlands ein. Obwohl wir dort am Ende des Arbeitstages eintrafen, organisierte die Verwaltung einen tadellosen Empfang der Ladung. In unserer Anwesenheit wurde der Lkw ins Lager gelassen, und eine Brigade aus zehn Frauen entlud schnell über 120 Kisten mit Frauenkleidung und -schuhen. Ich erinnere mich, wie eine junge Gefangene beim Entladen einen großen Plüsch-Elephanten entleckte. Sie fragte mich, ob sie ihn behalten dürfe. Als ich zugestimmt hatte, preßte sie das Spielzeug an die Brust und weinte. Dann lief sie in ihre Barracke und steckte den Elephanten in ihren Schrank. Letzte Woche bin ich mit einer Delegation von Menschenrechtlern in der Strafkolonie gewesen. Die Frauen kamen zu mir und beten mich, Ihnen ihren herzlichen Dank auszurichten. Nach Entladung der Frauensachen fuhren wir zur Kirche des Lobes der Heiligen Gottesgebärerin, wo wir vorübergehend die für Ardatow bestimmten Kindersachen einlagerten. Die Freigabe und die Entladung der Frauen- und Kindersachen nahm somit einen Tag in Anspruch. Am nächsten Morgen, am Feiertag der Entschlafung der Mutter Gottes, fuhren wir in die Tuberkulose-Strafkolonie IK-l0 nach Kajsk. Ein Photo schicke ich anbei. In Kajsk schafften wir die Sachen zu einem Lagerraum. Danach übergab ich den Gefangenen gemaß Ihrem Auftrag die von Ihnen erhaltenen Geschenke. Bald darauf bekam ich von einem von ihnen, einem gewissen Roman, einen Brief, den ich in Kopie beifüge. So endete die Übergabe der Ladung. So haben die Schwerkranken in Kajsk warme Kleidung Decken und Bettwasche bekommen. Ein Gefangener hatte zu mir gesagt: Mit solcher Bettwäsche fühlt man sich ganz wie zuhause. Die einsamen Gefangenen haben nun Hoffnung, daß sie nach der Freilassung Kleidung und Schuhe haben werden. Die Kindersachen begannen wir in den Kindesheimen von Ardatow zu verteilen. Ich hoffe, daß wir auch In Zukunft noch gemeinsame Projekte zum Nutzen der Menschen und zur Ehre Goltes durchführen werden. Gott schutze Sie alle!

Herzlichst Ihr - Lektor Jewgenij Panjuschkin
Ardatow, den 8. November 1999

 

 

Guten Tag Vater Jewgenij! (Panjuschkin)

 

Ich war sehr froh, Sie gestern gesehen zu haben. Das war eine angenehme Überraschung. Es ist so angenehm, wenn jemand an dich denkt und sich um dich sorgt. Ich weiß garnicht, wie ich das in Worte fassen soll. Ich habe noch immer ein derart angenehmes Gefühl, am liebsten würde auch ich nun etwas Gutes tun. Gestern kam mir wie von selbst ein selbstverfaßtes Gebet für Sie in den Sinn, ich dankte Gott, daß Er mich nicht vergessen hat. Denken Sie nicht, ich hätte mich nur über die Geschenke gefreut. Nein, ich war froh, daß man mich nicht vergessen hat. Das ist ein Gefühl, das man nicht weitergeben kann. Vielen Dank, daß es Sie gibt und Sie uns nicht vergessen! Gebe Ihnen Gott alles Lichte und Gute!

Hochachtungsvoll - Roman  29.8.99

 

 

Liebe Gemeindemitglieder der Kirche des Hl. Nikolaus!

 

Wir danken Ihnen von ganzem Herzen und aus ganzer Seele für die Hilfe, die Sie unserer Kolonie IK-10 zukommen ließen. Vielen Dank!
Hochachtungsvoll - die Verurteilten N.Ju.JepapesennjaI~ow. RV.Ugiaew,

S.A.Rjasanzew

 

 

Liebe Gemeindemitglieder der Kirche des Hl. Nikolaus! Seien Sie bitte unserer grenzenlosen Hochachtung für Ihre selbstlose Hilfe gewiß. In dieser schweren Zelt, da die Politiker politische Spiele treiben und uns dem Hunger, der Kälte, dem Mangel an Medikamenten, Kleidung und grundlegenden Dingen aussetzen, ruft Ihre Unterstützung ein großes Gefühl der Dankbarkeit hervor. Wir einfachen Gefangenen hoffen Im Vertrauen auf Ihre Ritterlichkeit und Güte auf Ihre weitere Anteilnahme an unserem Schicksal. Gott behüte Sie! Hochachtungsvoll - die Verurteilten der 7. Gefangenenbrigade

Unser Vorsteher, Vater Dimitri, hat seinen Segen zur Fortsetzung der Aktion gegeben. Sachspenden können Sie jeden Freitagnachmittag in der Zeit von 15.30 bis 17.30 Uhr abgeben bei H.I.L.F.T. e.V., Am Finther Wald 5817 in 55126 Mainz-Layenhof. (Wegbeschreibung!) Geld überweisen Sie auf das H.I.L.F.T.-Konto der VR-Bank, Kontonummer 110 8 123, BLZ 550 604 17, Stichwort: "Russlandhilfe"