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Attila 1996 in Rumänien -
Mit Alina Astafei in Mainz - Anpassen und
Erproben der neuen Arm- und Beinprothesen - Nach bestandener Prüfung in Budapest |

Endlich neue Prothesen



Die Hochzeit 2005 und


Geburt von Sohn Benedek




Attilaaktiv im Fechtclub |
Attila Csiszár - Schicksal und Hilfe
Auf den nächsten Seiten erfahren Sie vom Schicksal eines jungen Mannes,
der im Alter von 17 Jahren durch einen schrecklichen Unfall beide Beine und seinen
rechten Arm verlor. Trotzdem oder gerade deshalb hat er seinen Lebenswillen nicht verloren. Im
Gegenteil, sein Lebensmut und seine Lebensfreude, die er wirklich in sich hat, kann uns manches
aufzeigen, vielleicht sogar helfen, zumindest können wir alle davon lernen. Stellen Sie sich vor, Sie sind im
jugendlichen Alter von 17 Jahren. In diesem Alter hat jeder Mensch das Leben noch vor sich, man träumt von einer schönen Zukunft,
aussichtsreichem Beruf, Frau und Kindern, von Urlaubsreisen und Hobbies. Dann geschieht ein
schreckliches Unglück, Sie erwachen im Krankenhaus und müssen feststellen in Zukunft
ohne Beine und rechten Arm auskommen zu müssen.
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Ich wüßte nicht, wie ich reagieren würde. Heulen wie ein Schloßhund, die
Welt verdammen, auf jeden Gesunden neidisch sein, versuchen, bei nächster Gelegenheit mich
umzubringen? Oder würde ich mich gehen lassen, aufhören zu lernen und mich innerlich auf eine
aussichtlose Zukunft vorbereiten? Ich weiß es wirklich nicht. Eines weiß ich jedoch ganz genau:
Mich aufs Lernen konzentrieren um fünf Monate später mein Abitur zu bestehen - das könnte ich ganz sicher
nicht. Attila Csiszár hat es gepackt! Attila, zwanzig Jahre alt, wohnhaft im rumänischen Mihaileni Ciuc
(ung.: Csikszentmihaly), einem Dorf von 2.000 Einwohnern, ist ein junger Mann, der genau weiß,
was er will. Er erzählt, lacht und strahlt über das ganze Gesicht, ist energiegeladen und voller
Temperament und Zukunftsaussichten. Eigentlich ein Mann, den man beneiden könnte, ist er doch voller Optimismus.
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Wer mit einem Schlag beide Beine und einen Arm, noch dazu den rechten,
verliert, hätte mit Sicherheit einiges zu beklagen. Attilá nicht. Er meint: "Mein Leben hat nur noch
dann einen Sinn, wenn ich es anpacke und mit allen Mitteln versuche, das Beste
daraus zu machen. Nur wenn ich mich hängen lasse, gehe ich zugrunde - besonders hier in
Rumänien. Ich lerne mit der linken Hand perfekt zu schreiben, lerne Deutsch, Englisch und
Französisch, erlerne wieder das Laufen, will vielleicht studieren oder einen Beruf erlernen,
mir eine hübsche Frau suchen und viele Kinder haben. Das Leben liegt vor mir und zu tun habe
ich genug, oder?" Im Frühjahr 1996 kommt Attila nach Mainz, wo er von der Fa. Sanitätshaus
Frohnhäuser neue Prothesen bekommt. Diese Prothesen kosten runde 45.000 Mark, hinzu kommen
drei bis fünf Monate Aufenthaltskosten, Therapeut und Training. Gesamtkosten: ca. 60.000 Mark.
Kurt Assmuss (1.Vorsitzender)
Nachfolgend lesen Sie die Übersetzung eines Briefes von Attila Csiszár.
Attila Csiszar: Brief Nr. 2 vom 14.09.1995 Übersetzung von Nora Laszlo
Lieber Herr Kurt,
ich warte schon lange auf Antwort und habe Ihren Brief am 4. September bekommen. Zuerstmal bedanke
ich mich, daß Sie geschrieben haben und möchte ich Ihnen antworten. Was meine Prothese betrifft, so wird sie immer
schlimmer, weil sie schon so oft repariert wurde, doch davon wird sie nicht besser.
Jetzt möchte ich auf Ihre Fragen Antwort geben. 1. Frage über meine Familie: Mein Vater ist
Bahnbeamter/-arbeiter (?) und arbeitet am Bahnhof, meine Mutter ist Hausfrau, arbeitet
zuhause. So leben wir fünf, meine zwei kleineren Brüder, die noch zur Schule gehen, meine Eltern
und ich vom Geld meines Vaters. Ich kann nicht sagen, daß ich mich sehr gut fühle, denn ich
bekomme vom Sozialamt 32.000 Lei (ca. 25 Mark!!!) im Monat, was sehr wenig ist.
Zum Unfall: Mein Unfall passierte am 31. Januar 1993. Ich war in der 12. Klasse, ich war bei einer
Klassenfete und kam mit dem Zug morgens früh nachhause. Ich bin eingeschlafen und plötzlich
wachte ich auf und bin ohne zu überlegen aus dem fahrenden Zug gesprungen, in der Annahme er
würde noch halten. Es passierte im anfahren. Ich wußte nicht, daß ich gegen eine Mauer
gesprungen bin. Doch prallte ich so stark dagegen, daß diese Wand mich gegen den Zug
zurückgeworfen hat. So fiel ich direkt unter die Gleise. Es passierte alles in Sekunden. Ich hatte
eine taubes Gefühl gehabt in meiner Schulter und mir war noch nicht bewußt, daß mein rechter Arm
ab war. Die zwei letzten Wagen des Zuges fuhren anschließend über meine Beine. Sie
haben mich sofort ins Krankenhaus nach Csikszereda gebracht. Dort wurde ich drei Stunden
operiert. Die Bemühungen waren jedoch vergebens, und so wurde ich amputiert. Meine Wunden sind
schnell verheilt und nach zwei Wochen wurde ich nachhause geschickt. Ich hatte noch 5 Monate bis
zum Abitur und ich konnte mir nicht vorstellen, daß ich das nicht mehr machen konnte, zusammen
mit meinen Klassenkameraden. Als es mir besser ging, war der erste Schritt, daß
ich wieder schreiben lerne. Es war sehr schwer, aber ich bin soweit, daß ich schon mit links
schreiben kann. Oder was meinen Sie? Ich habe dann wieder angefangen zu lernen und meine
Prüfungen bestanden, obwohl ich keine Möglichkeit hatte in der Schule zu lernen. Inzwischen
habe ich wirklich Lust Deutsch zu lernen, kann aber nur ganz wenig. Mein Problem ist: Wie soll
ich es lernen? Es wäre so gut, wenn wir eine Parabolantenne hätten, damit ich ein paar
deutschsprachige TV-Kanäle bekommen und so auch lernen könnte. Es
wäre auch gut, wenn ich in Deutschland einige Zeit verbringen könnte. Wenn man die Sprache im
Land spricht, kann man besser lernen. In meiner Freizeit lerne ich ganz ernsthaft auch
für den Führerschein (Theorie). Zuhause mag ich nicht sitzen, drum setze ich mich in den
Rollstuhl und gehe so spazieren. Manchmal bringen mich meine Freunde in die Stadt, wir gehen aus
und gehen tanzen. Ich sehe fern, lese und schnitze gern. Das Schnitzen geht nicht so gut,
weil mir Werkzeuge und Platz fehlen, doch gebe ich nicht auf und alles, was ich bis jetzt
gemacht habe, begeistert die Leute. Zurück zu meiner Operation: Ich wollte ihnen noch
schreiben, daß ich keine Medikamente benutze außer ein paar Beruhigungsmitteln, allerdings
nur, wenn ich mal nervös bin. Ich hatte noch keine Angebote bekommen wegen einer Therapie,
weil ich keine Chance gesehen hatte. Zum Schluß möchte ich mich sehr herzlich bedanken für die
Adresse von der Hochspringerin Galina Astafei. Ich hoffe, daß wir uns sehen und achte Sie sehr und
bedanke mich tausendmal. Csiszár Attila Stand vom 26. September 1995: Inzwischen
haben sich die ersten Pateneltern gefunden, sodaß immerhin ein Betrag von 12.000 Mark in den
nächsten 12 Monaten zusammen kommen wird. Die Firma Frohnhäuser in Mainz
erklärte sich bereit, die Bein- und Armprothesen für Attilá zum ermäßigten Preis anzufertigen.
Herr Schomburg, der zuständige Orthopäde, wird mit mir im Frühjahr 1996 nach Rumänien reisen,
um einen weiteren Kontakt zu Attila aufzunehmen, den Arm- und die Beinstümpfe zu vermessen und
mit den dortigen Therapeuten und Fachärzten entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Trotz
Ermäßigung sind die Kosten der Prothesen sehr hoch. Eine Beinprothese ca. 14.000 DM, die
Armprothese ca. 15.000 DM. Hinzu kommen An- und Rückreise, ein drei- bis fünfmonatiger
Aufenthalt in Mainz, Therapie und Training. Gesamtkosten: ca. 60.000 DM.
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Inzwischen wurden viele Familien zwecks finanzieller Unterstützung angeschrieben und wir warten gespannt auf
möglichst viele Zusagen, denn dann haben sie nicht nur Attila helfen können, sondern die Grundvoraussetzung geschaffen, noch
vielen Kindern und Jugendlichen in Rumänien zu helfen. Denn ist das "Hilfsprojekt Attilá" erfolgreich abgeschlossen,
dann haben wir ein gemeinsames Pilotprojekt geschaffen, ein "Vorzeigemodell", das beweist, daß es möglich ist
auch in kleinen Gruppen Außerordentliches zu leisten und wirkungsvoll zu helfen.Wenn Attila wieder eigenständig gehen kann, ist
das praktizierte Nächstenliebe von uns allen. Heutzutage ein immer seltener
werdendes Stück Mitmenschlichkeit. 4 Wochen später.... Unsere Bitte um Mithilfe und
Unterstützung ist auf große positive Resonanz gestoßen. Viele Familien interessieren sich für
sein Schicksal und möchten helfen. Es sind, wie so oft diejenigen, die sich "große
Sprünge" nicht leisten können. Gerade diese Menschen sind mit ganzem Herzen dabei, was
mich immer wieder anrührt und beeindruckt. So geben Rentnerinnen und Sozialhilfeempfänger zehn
oder zwanzig Mark, mit dem Zusatz, daß sie nicht wissen, wie lange sie den für sie hohen Betrag
Monat für Monat abzwacken können. Bei einigen fällt es mir wirklich schwer, ihre Spende
entgegen zu nehmen, weiß ich doch, wieviel diese relativ kleinen Beträge "drücken".
Wenn es auch in keiner Auflistung deutlich wird, so sind diejenigen die wahren großen Spender,
denen ich an dieser Stelle von ganzem Herzen danken möchte. Innerhalb der ersten vier
Wochen können wir immerhin, auf dem "Attila-Konto" den Betrag von DM
3.769,30 an einmaligen und ersten Teilzahlungen verbuchen, hochgerechnet auf die nächsten 12
Monate, sind das bereits bereits 16.300 Mark. Der Anfang ist gemacht und bis zum kommenden
Frühjahr haben wir den notwendigen Betrag sicher zusammen. Allerdings brauchen wir dazu noch
Unterstützung von vielen Seiten. Alles zusammen wird es eine aufwendige und auch kostspielige Sache werden und
trotzdem bin ich der Überzeugung, daß es sich gerade in diesem Fall lohnen wird. Attilá ist
ein aufgeschlossener und intelligenter Junge, der ohne Beine und rechten Unterarm in Rumänien
keinerlei Zukunft hat. Schließlich.... Es wurde geschafft! Die Prothesen wurden hergestellt und durch Spenden
finanziert. Heute studiert Attila in Ungarn Informatik an der Universität von Budapest.
Einige Patenfamilien unterstützen ihn weiterhin, damit er ohne finanziellen Nöte studieren kann
und somit sein Leben auch weiterhin einen guten Lauf nehmen soll.
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Die neuen Prothesen sind fertig!
Attila Csiszar - Schicksal und Hilfe
Attila Csiszar hat im Alter von 17 Jahren durch einen Zugunfall beide Beine und seinen rechten Arm
verlor. Trotzdem oder gerade deshalb hat er seinen Lebenswillen nicht verloren. Im Gegenteil, sein Lebensmut
und seine Lebensfreude können uns manches aufzeigen, vielleicht sogar helfen, zumindest können wir alle davon
lernen. Das ist mit ein Grund, weshalb wir Attila 1996 Arm- und Beinprothesen haben anfertigen lassen.
(Siehe unter Schwerstbehindertenhilfe) Alles in allem waren rund 60.000 Mark notwendig,
Stand vom 12. Januar 1997.
Es wurde geschafft! Die Prothesen wurden hergestellt und durch Spenden finanziert.
Doch haben wir zusätzlich für einen adäquaten Ausbildungsplatz gesorgt:
Heute studiert Attila Informatikin Budapest/Ungarn. hilft unterstützt ihn weiterhin mit monatl. 600 Mark, damit
er ohne finanziellen Nöte studieren kann und somit sein Leben auch weiterhin einen guten Lauf nehmen soll. Pateneltern
haben ihm einen gebrauchten PKW finanziert, den er selbst behindertengerecht angepasst hat, und mit dem er
selbstständig zwischen seinem Heimatdorf in Rumänien, Budapest und Mainz hin und her fährt.
Attila bekommt sein erstes Zeugnis. |
Stand vom 03. Oktober 2000 Attila ist wieder in Mainz
Vom 10. August bis Anfang Oktober wird Attila in Mainz im Studentenwohnheim Newmanhaus in der Saarstraße Madalina
Sandus Zimmer beziehen, die ihre Semesterferien zuhause bei ihrer Familie in Bukarest verbringt. Attila
wird in dieser Zeit einen Deutschkurs belegen, den er für sein Informatikstudium benötigt, außerdem bekommt
er neue Prothesenschäfte von der Fa. Frohnhäuser angepasst, die nach vier Jahren dringend
erneuerungsbedürftig sind. Die Kosten werden sich auf ca. 18.000 belaufen.
Stand vom 05. März 2001
Es fehlen noch immer rund 5.000 Mark! Hier bitten wir um Spenden auf unser Sonderkonto der Sparkasse Mainz
Kontonummer 103 411 0161, BLZ 550 501 20, Stichwort "Attila" Juni 2002 |
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